Nissan Qashqai 1.6 dCi – Rauchentwicklung, Diagnose und Motoroptimierung

Veröffentlicht von Smiljan Tomazic am 04/11/2026 05:15 .

Nissan Qashqai 1.6 dCi – „Zieht wie ein Zug, qualmt wie eine Lokomotive!“

„Zieht wie ein Zug, qualmt wie eine Lokomotive!“ So könnte man den Nissan Qashqai 1.6 dCi beschreiben, der diesmal bei uns zur Überprüfung war. Der Motor hatte ordentlich Leistung, allerdings kam aus dem Auspuff deutlich mehr Rauch, als man von einem technisch korrekt arbeitenden Dieselfahrzeug erwarten würde. Es handelte sich um einen Nissan Qashqai J11, Baujahr 2013, mit dem 1.6-dCi-Motor. Am Fahrzeug waren bereits eine DPF-OFF-Anpassung und eine zusätzliche Leistungsoptimierung eines unbekannten Anbieters durchgeführt worden. Das Problem war die starke Rauchentwicklung. Da die Motorsoftware bereits verändert worden war, wollten wir nicht einfach eine neue Datei aufspielen und hoffen, dass damit alles erledigt ist. Zunächst mussten wir herausfinden, was tatsächlich hinter dem Problem steckte.

Zuerst die Analyse der vorhandenen Motorsoftware

Bei Fahrzeugen, die bereits von einem anderen Anbieter optimiert wurden, sollte vor jedem weiteren Eingriff zunächst der vorhandene Softwarestand überprüft werden. Ohne zu wissen, welche Änderungen vorgenommen wurden, besteht die Gefahr, dass man die ursprüngliche Ursache nur überdeckt oder sogar zusätzliche Probleme verursacht. Deshalb haben wir zunächst die vorhandene Motorsoftware ausgelesen und analysiert. Dabei stellten wir fest, dass die Kennfeldabstimmung nicht besonders sauber ausgeführt war. Da das Fahrzeug stark qualmte, wollten wir genauer herausfinden, welchen Anteil die Software an diesem Problem hatte.

Rückrüstung auf den Serienstand – das Ergebnis war eindeutig

Anstatt die vorhandene Abstimmung einfach weiter zu verändern, haben wir das Fahrzeug zunächst auf den originalen Softwarestand zurückgesetzt. Das Ergebnis war deutlich: Die Rauchentwicklung ging um ungefähr 80 % zurück. Damit hatten wir einen wichtigen Hinweis für die weitere Diagnose. Die vorhandene Software hatte offensichtlich einen erheblichen Anteil an der starken Rauchentwicklung. Ganz verschwunden war das Problem allerdings noch nicht. Der Motor qualmte weiterhin, wenn auch deutlich weniger als zuvor. Damit war klar, dass nicht ausschließlich die Software für die Rauchentwicklung verantwortlich war.

VGT-Turbolader – die Software war nicht das einzige Problem

Im nächsten Schritt richteten wir unsere Aufmerksamkeit auch auf den Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, kurz VGT (Variable Geometry Turbocharger). Ein solcher Turbolader passt die Stellung seiner Leitschaufeln an die jeweilige Motorlast und Drehzahl an. Dadurch wird der Abgasstrom durch die Turbine reguliert und der Ladedruck kann an unterschiedliche Betriebsbedingungen angepasst werden. Wenn die variable Geometrie nicht korrekt arbeitet, kann es zu Abweichungen beim Ladedruck kommen. Dadurch verändern sich auch die Bedingungen für die Verbrennung, was sich unter anderem auf die Rauchentwicklung auswirken kann. Bei diesem Fahrzeug kamen wir zu der Einschätzung, dass das Problem mit dem Turbolader zu spät erkannt worden war. Deshalb konnte ein reiner Softwareeingriff nicht alle Ursachen der Rauchentwicklung beseitigen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen dem einfachen Aufspielen einer Tuningdatei und einer tatsächlichen Motordiagnose. Wenn die Ursache mechanisch ist, lässt sie sich nicht allein durch eine Änderung der Kennfelder beheben.

Eine individuell angepasste Softwarelösung

Nachdem wir die vorhandene Software analysiert und das Verhalten des Fahrzeugs nach der Rückrüstung auf den Serienstand verglichen hatten, erstellten wir unsere angepasste DPF-OFF-Lösung. Das Ergebnis war eine deutlich geringere Rauchentwicklung. Das Fahrzeug qualmt jetzt nur noch minimal. Dabei muss man verstehen, dass eine Softwareanpassung keine mechanische Reparatur ersetzt. Wenn der Turbolader, die Luftversorgung, die Einspritzung oder andere wichtige Komponenten nicht korrekt funktionieren, muss zunächst deren technischer Zustand geklärt werden. DPF OFF ist ein Eingriff in das Abgasnachbehandlungssystem. Die Entfernung beziehungsweise softwareseitige Deaktivierung des Dieselpartikelfilters kann dazu führen, dass das Fahrzeug die gesetzlichen Anforderungen für den Straßenverkehr nicht mehr erfüllt. Eine solche Änderung macht das Fahrzeug weder automatisch technisch einwandfrei noch für den öffentlichen Straßenverkehr zulässig.

Nissan Qashqai 1.6 dCi – welche Leistung ist mit Stage 1 möglich?

Auch für Besitzer eines Nissan mit 1.6-dCi-Motor gibt es eine interessante Information. Wenn sich der Motor in einem technisch einwandfreien Zustand befindet, sind bei einer passenden Leistungsoptimierung ungefähr folgende Zielwerte möglich: Leistung: ca. 150 PS Drehmoment: ca. 360 Nm Dabei handelt es sich um Richtwerte und nicht um eine Garantie für jedes Fahrzeug. Das tatsächliche Ergebnis hängt unter anderem vom Zustand des Motors, des Turboladers, der Luftversorgung und der Einspritzanlage ab. Deshalb sollte vor einer Leistungsoptimierung immer geprüft werden, in welchem technischen Zustand sich das Fahrzeug befindet. Mehr Leistung bringt wenig, wenn der Motor bereits vor dem Eingriff nicht richtig funktioniert.

Warum wir bei Chipan.si nicht einfach nur eine neue Datei aufspielen

Dieser Nissan Qashqai zeigt sehr gut, warum das Aufspielen einer neuen Softwaredatei nicht immer die richtige Lösung ist. Hätten wir ausschließlich die vorhandene Kennfeldabstimmung korrigiert, hätten wir möglicherweise die mechanische Ursache übersehen, die weiterhin Einfluss auf das Motorverhalten hatte. Erst durch die Rückrüstung auf den originalen Softwarestand erhielten wir einen aussagekräftigen Vergleich und konnten bestätigen, dass die Software zur starken Rauchentwicklung beigetragen hatte. Deshalb gehen wir bei Chipan.si systematisch vor: Zuerst prüfen wir den vorhandenen Zustand. Wir lesen die bestehende Motorsoftware aus und analysieren sie. Wir überprüfen die Funktion des Motors und seiner wichtigen Komponenten. Wir grenzen die tatsächlichen Ursachen ein. Erst danach entscheiden wir über die passende Lösung. Unser Ziel ist nicht, einfach nur Zahlen in einer Datei zu verändern. Wir wollen verstehen, warum sich ein Fahrzeug so verhält, wie es sich verhält.

Fazit: Bei starkem Rauch nicht sofort nur die Software verantwortlich machen

Beim Nissan Qashqai 1.6 dCi zeigte sich, dass die vorherige Softwareoptimierung einen wesentlichen Anteil am Problem hatte. Nach der Rückrüstung auf den Serienstand verringerte sich die Rauchentwicklung um ungefähr 80 %. Ganz verschwunden war sie damit jedoch nicht. Die weitere Diagnose zeigte, dass auch der Turbolader mit variabler Geometrie berücksichtigt werden musste. Erst durch die umfassendere Betrachtung des Fahrzeugs konnten wir ein deutlich besseres Endergebnis erreichen. Wenn Ihr Dieselmotor nach einem früheren Chiptuning stark qualmt, ist eine weitere neue Tuningdatei nicht automatisch die Lösung. Zunächst muss geklärt werden, was die Rauchentwicklung verursacht. Chipan.si – Chiptuning-Spezialisten seit 2003. Weitere Informationen: www.chipan.si info@chipan.si

Häufige Fragen

1. Warum qualmt ein Nissan Qashqai 1.6 dCi nach dem Chiptuning stark?

Die Ursache kann eine schlecht abgestimmte Motorsoftware sein. Es kommen jedoch auch andere Probleme infrage. Deshalb sollten der Turbolader, die Luftversorgung, die Einspritzanlage und weitere Komponenten überprüft werden, die Einfluss auf die Verbrennung haben.

2. Kann eine schlechte Leistungsoptimierung schwarzen Rauch verursachen?

Ja. Eine ungünstige Abstimmung der Einspritzmenge, des Ladedrucks und weiterer Parameter kann zu einer unvollständigen Verbrennung und damit zu einer erhöhten Rußbildung führen.

3. Was bedeutet VGT-Turbolader?

VGT steht für Variable Geometry Turbocharger. Ein solcher Turbolader verfügt über verstellbare Leitschaufeln, mit denen der Abgasstrom durch die Turbine angepasst wird. Dadurch kann der Ladedruck an unterschiedliche Drehzahl- und Lastbereiche angepasst werden.

4. Kann ein defekter Turbolader dazu führen, dass ein Dieselmotor qualmt?

Ja. Wenn der Turbolader nicht richtig arbeitet, kann dies zu Abweichungen beim Ladedruck und bei der verfügbaren Luftmenge führen. Dadurch kann sich auch die Rauchentwicklung verändern. Zur genauen Ursachenbestimmung ist eine Diagnose erforderlich.

5. Warum wurde das Fahrzeug zuerst auf die originale Software zurückgesetzt?

Wir wollten den Einfluss der vorhandenen Software von möglichen mechanischen Problemen unterscheiden. Der Vergleich zeigte, dass sich die Rauchentwicklung nach der Rückrüstung um ungefähr 80 % verringerte.

6. Welche Leistung ist beim Nissan Qashqai 1.6 dCi mit Stage 1 möglich?

Bei einem technisch einwandfreien Motor liegen die ungefähren Zielwerte bei 150 PS und 360 Nm. Das tatsächliche Ergebnis hängt vom Zustand des jeweiligen Fahrzeugs ab.

7. Ist DPF OFF für ein Straßenfahrzeug zulässig?

Die softwareseitige Deaktivierung des Dieselpartikelfilters greift in das Abgasnachbehandlungssystem ein. Dadurch kann das Fahrzeug die gesetzlichen Anforderungen und die Homologationsvorgaben für den Straßenverkehr nicht mehr erfüllen. Die geltenden Vorschriften müssen vor einem solchen Eingriff berücksichtigt werden.

8. Lassen sich Probleme mit der Rauchentwicklung ausschließlich durch Chiptuning beheben?

Nicht immer. Liegt die Ursache an einem mechanischen Defekt, beispielsweise am Turbolader, muss zunächst das technische Problem behoben werden. Eine Softwareoptimierung kann eine defekte Komponente nicht reparieren.