Škoda Octavia RS 2.0 TDI: 216 PS und 420 Nm nach Tuning

Veröffentlicht von Smiljan Tomazic am 21/09/2026 00:00 .

Škoda Octavia RS 2.0 TDI: 216 PS und 420 Nm nach Tuning

Škoda Octavia RS 2.0 TDI, 186 PS, 392 Nm – und ein Problem, das wir zu Beginn noch nicht kannten. Auf den ersten Blick sah das Fahrzeug nach einem normalen Kandidaten für eine Motoroptimierung aus. Die Messungen zeigten jedoch schnell, dass es hier nicht nur um eine stärkere Software gehen würde.

Am Ende musste die Software an den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs angepasst werden. Das Ergebnis: 216 PS und 420 Nm.

Škoda Octavia RS 2.0 TDI auf dem Prüfstand

Die Škoda Octavia RS 2.0 TDI wurde ab Werk mit 184 PS und 380 Nm angeboten.

Die konkrete Octavia aus diesem Fall zeigte auf unserem Prüfstand vor der Optimierung:

Messung Ergebnis
Leistung vor der Optimierung 186 PS
Drehmoment vor der Optimierung 392 Nm

Das Ausgangsergebnis war also sehr ordentlich. Danach begann die eigentliche Arbeit.

Die erste Software brachte 221 PS und 440 Nm

Nach der ersten Anpassung der Motorsoftware wurde das Fahrzeug erneut auf dem Prüfstand gemessen.

Ausgangsmessung Erste Abstimmung
Leistung 186 PS 221 PS
Drehmoment 392 Nm 440 Nm

Die Zahlen sahen gut aus.

Das Problem war jedoch etwas anderes: Das Fahrzeug begann deutlich zu stark zu rauchen.

Warum begann die Octavia so stark zu rauchen?

Bei einer professionellen Abstimmung reicht es nicht, wenn die Leistungsmessung eine schöne Zahl zeigt.

Wenn ein Dieselmotor unter Last stark zu rauchen beginnt, muss die Ursache gefunden werden.

Bei diesem Fahrzeug zeigte sich das Problem vor allem ab etwa 3.500 U/min. Im weiteren Verlauf wurde klar, dass es ein Problem mit dem Turbolader und dem Halten des Ladedrucks gab.

Wenn der Turbolader den Druck nicht hält, muss die Software darauf reagieren

Die Software kann bestimmte Luft- und Kraftstoffmengen anfordern. Die Hardware muss diese Vorgaben jedoch auch tatsächlich umsetzen können.

Wenn der Turbolader den erforderlichen Ladedruck nicht erreicht oder nicht halten kann, stimmt die tatsächliche Luftmenge nicht mehr mit der gewünschten Abstimmung überein.

Das zeigte sich bei diesem Fahrzeug deutlich durch das starke Rauchen im oberen Drehzahlbereich.

Warum der neue Turbolader den Druck nicht hält, ist eine andere Frage. Entscheidend für unsere Arbeit war jedoch: Wir können eine Software nicht so abstimmen, als wäre die Hardware vollkommen gesund, wenn sie es nicht ist.

Die Software wurde an den tatsächlichen Zustand angepasst

Deshalb haben wir die Abstimmung erneut angepasst.

Diesmal ging es nicht darum, die maximal mögliche Zahl auf dem Prüfstand zu halten, sondern die Software an das anzupassen, was das Fahrzeug mechanisch tatsächlich leisten konnte.

Die finale Messung ergab:

Messung Ergebnis
Ausgangsmessung 186 PS / 392 Nm
Erste Abstimmung 221 PS / 440 Nm
Finale Abstimmung 216 PS / 420 Nm

Die erste Zahl war höher.

Die finale Abstimmung war für den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs jedoch die sinnvollere Lösung.

Warum haben wir die 221 PS nicht einfach gelassen?

Weil Tuning kein Wettbewerb um die höchste Zahl auf dem Bildschirm ist.

Wenn wir wissen, dass der Turbolader den erforderlichen Druck nicht zuverlässig hält, wäre es nicht sinnvoll, einfach die aggressivere Abstimmung zu behalten, nur um 221 PS und 440 Nm präsentieren zu können.

Wir haben deshalb genau das Gegenteil gemacht:

Die Software wurde an die tatsächlichen Grenzen des Fahrzeugs angepasst.

Das Ergebnis waren 216 PS und 420 Nm.

Nicht jede Octavia RS muss die stärkste sein

Bei diesem Fahrzeug war nicht die maximale Zahl das wichtigste Ziel.

Der Motor und insbesondere das Ladedrucksystem waren nicht in einem Zustand, bei dem wir einfach weiter Leistung verlangen wollten.

Deshalb ist das Endergebnis nicht als »maximal mögliche Leistung« zu verstehen, sondern als eine Abstimmung, bei der der bekannte technische Zustand des Fahrzeugs berücksichtigt wurde.

Warum ist eine Leistungsmessung beim Tuning so wichtig?

Ohne Prüfstandsmessung könnten wir zwar eine Software programmieren und das Fahrzeug anschließend wieder übergeben. Wir würden aber wesentlich weniger über das tatsächliche Verhalten des Fahrzeugs wissen.

Bei diesem Fall konnten wir auf dem Prüfstand erkennen:

  • wie das Fahrzeug serienmäßig arbeitet,
  • welche Leistung und welches Drehmoment tatsächlich vorhanden sind,
  • was die erste Softwareanpassung verändert hat,
  • wann das starke Rauchen auftritt,
  • dass das Problem vor allem im oberen Drehzahlbereich auftritt,
  • und wie sich das Fahrzeug nach der erneuten Anpassung verhält.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen »Software aufspielen« und einer Abstimmung, die sich am konkreten Fahrzeug orientiert.

Entfernte Abgasnachbehandlung und Motorwarnleuchte

Das Fahrzeug kam außerdem mit bereits veränderten beziehungsweise entfernten Komponenten der Abgasnachbehandlung und einer aktiven Motorwarnleuchte zu uns.

Auch hier gilt: Eine Warnleuchte sollte nicht einfach nur gelöscht werden. Zuerst muss festgestellt werden, warum sie aktiv ist und in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet.

Bei Veränderungen an emissionsrelevanten Systemen müssen zudem die jeweils geltenden Vorschriften für den Straßenverkehr berücksichtigt werden.

Škoda Octavia RS Tuning ist mehr als eine Zahl

Dieser Fall zeigt sehr gut, wie wir bei Chipan.si arbeiten.

Auf den ersten Blick hätte man sagen können: Octavia RS 2.0 TDI – Software anpassen und fertig.

Die Realität war anders.

Die Messung zeigte den Ausgangszustand. Die erste Abstimmung zeigte 221 PS und 440 Nm. Danach wurde das starke Rauchen sichtbar. Die weitere Diagnose zeigte ein Problem mit dem Ladedruck des Turboladers.

Daraufhin wurde die Software erneut angepasst und der Wagen abschließend mit 216 PS und 420 Nm gemessen.

FAQ – Škoda Octavia RS 2.0 TDI Tuning

Wie viel Leistung hat die Škoda Octavia RS 2.0 TDI serienmäßig?

Die werksseitige Octavia RS 2.0 TDI wurde mit 184 PS und 380 Nm angegeben. Das konkrete Fahrzeug aus diesem Fall zeigte 186 PS und 392 Nm auf unserem Prüfstand.

Wie viel Leistung hatte die Octavia nach der ersten Abstimmung?

Die erste Messung nach der Softwareanpassung ergab 221 PS und 440 Nm.

Warum wurde die Leistung anschließend reduziert?

Weil sich ein starkes Rauchen ab etwa 3.500 U/min zeigte und ein Problem mit dem Halten des Ladedrucks durch den Turbolader festgestellt wurde. Die Software wurde deshalb an den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs angepasst.

Wie viel Leistung hatte das Fahrzeug am Ende?

Die finale Messung ergab 216 PS und 420 Nm.

Kann Software einen defekten Turbolader reparieren?

Nein. Eine Softwareanpassung kann keine mechanische Ursache am Turbolader reparieren. Wenn der Ladedruck nicht korrekt aufgebaut oder gehalten wird, muss die mechanische Ursache geprüft werden.

Warum ist ein Prüfstand beim Chiptuning wichtig?

Mit einer Leistungsmessung lässt sich das tatsächliche Verhalten des Fahrzeugs unter Last überprüfen. In diesem Fall half die Messung dabei, das Problem im oberen Drehzahlbereich zu erkennen und die Software entsprechend anzupassen.

Fazit

Diese Škoda Octavia RS zeigt sehr gut, warum professionelles Chiptuning nicht nur aus einer Softwaredatei besteht.

Ausgangsmessung: 186 PS / 392 Nm.

Erste Abstimmung: 221 PS / 440 Nm.

Finale, an den Fahrzeugzustand angepasste Abstimmung: 216 PS / 420 Nm.

Manchmal ist nicht die höchste Zahl die wichtigste Zahl. Entscheidend ist, dass die Abstimmung zum tatsächlichen technischen Zustand des Fahrzeugs passt.

Chipan.si – individuelle Fahrzeugabstimmung auf Basis realer Messwerte, nicht einfach nur eine Datei.